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Kleinunternehmerregelung für Existenzgründer sinnvoll?



Jeder Existenzgrnder steht am Anfang seiner Geschftsttigkeit als selbstndiger Unternehmer vor einer Menge zu klrender steuerrechtlicher Fragen. Eine Entscheidung, die jeder Grnder treffen muss ist seine Einstufung bezglich der Umsatzsteuerbehandlung. Mchte er die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen oder lieber nicht? Im Folgenden wird die Kleinunternehmerregelung vorgestellt sowie die wichtigsten Fragen dazu beantwortet. Auerdem werden die Vor- und Nachteile aufgezeigt, sowie die Konsequenzen beschrieben sobald zuvor festgesetzte Umsatzgrenzen berschritten werden.

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Die wichtigsten Fragen & Antworten zur Kleinunternehmerregelung

Was ist die Kleinunternehmerregelung?

Die Kleinunternehmerregelung gem 19 des Umsatzsteuergesetzes ist eine Vereinfachung der Umsatzsteuererhebung und wurde geschaffen, um kleine Unternehmen besonders in der schwierigen Startphase zu untersttzen. Durch die Regelung wird die steuerliche Belastung auf ein Minimum herabgesetzt. Somit fllt fr den Unternehmer viel weniger Brokratie an, Umsatzsteuererklrungen fallen weg. Kommt die Kleinunternehmerregelung zur Anwendung, darf der Unternehmer auf seinen Umsatz keine Umsatzsteuer erheben. Bei den Rechnungen verzicKleinunternehmerregelung sinnvoll? | Foto: (c) simontk / fotolia.com htet der Unternehmer auf die Umsatzsteuer und damit die Weitergabe an den Kunden. Allerdings gibt es dann auch nicht Mglichkeit des Vorsteuerabzugs.

Fr wen gilt sie?

Die Regelung ist eine Erleichterungsvorschrift fr kleine Unternehmen, Gewerbetreibende Selbstndige und Freiberufler, sowie Land- und Forstwirte, die aufgrund geringer Umstze von umsatzsteuerrechtlichen Pflichten befreit werden. Unternehmer knnen diese Regelung in Anspruch nehmen, wenn ihr Umsatz im vorangegangen Jahr weniger als 17.500€ betragen hat und im aktuellen Jahr den Betrag von 50.000€ nicht berschreitet. Beide Voraussetzungen mssen gegeben sein! Der Kleinunternehmer gilt umsatzsteuerlich quasi als Privatperson und muss selbst keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abfhren, bekommt somit aber auch keine Rckerstattung. Nimmt der Unternehmer als Existenzgrnder seine gewerbliche oder freiberufliche Ttigkeit neu auf, hat er keinen Vorjahresumsatz, den er zur Beurteilung heranziehen knnte. Bei Existenzgrndern ist deshalb der voraussichtliche Umsatz im Grndungsjahr entscheidend. Diese Schtzung muss beim Finanzamt vorgelegt werden. Der Existenzgrnder kann die Zahlen seinem Businessplan entnehmen, der Gewinn- und Umsatzprognosen der nchsten Jahre enthlt. Bei Grndern kommt es also nur darauf an, dass der Umsatz des laufenden Kalenderjahres die Grenze von 17.500€ nicht berschreitet. Achtung, bei Existenzgrndern kommt es hufig vor, dass die Grndung in der Mitte eines Jahres erfolgt und nicht unbedingt zum 01.01. Man spricht dann von einem Rumpfgeschftsjahr. Dies ist ein Geschftsjahr, das weniger als 12 Monate dauert. Dementsprechend wird das Finanzamt die Umsatzschtzung auf das Gesamtjahr hochrechnen (auf die vollen 12 Monate). Rechnen Sie als Grnder also ihren geschtzten Umsatz auf das gesamte Jahr hoch, um selbst zu sehen, ob Sie die Kleinunternehmerregelung wirklich in Anspruch nehmen knnen.

Wer ist Kleinunternehmer?

Es gibt keine besondere Rechtsform, die der Kleinunternehmer vorweisen muss. Daher knnen natrliche Personen (Einzelunternehmer, Freiberufler), juristische Personen (UG, GmbH, AG) sowie auch Personengesellschaften (GbR, OHG, KG) Kleinunternehmer sein. Es wird die gesamte gewerbliche und berufliche Ttigkeit eines Unternehmers fr den Umsatz zusammengerechnet. Ein einzelner Unternehmer kann somit nur ein einziges Kleinunternehmen fhren.

Wie wird der Umsatz berechnet?

Die Grenzen von 17.500€ und 50.000€ des Umsatzes sind fr alle Kleinunternehmer bindend. Als Umsatz wird die Summe aller tatschlich durch den Kunden gezahlten Entgelte (Einnahmen) bezeichnet, abzglich der Betrge, welche durch eine Veruerung von Wirtschaftsgtern des Anlagevermgens erzielt wurden.

Was sind die Vorteile und die Nachteile der Kleinunternehmerregelung?

Vorteile fr den Existenzgrnder sind:

  • Geringe steuerliche Belastung (Einstufung als Privatperson)
  • Kaum Aufwand bei der Rechnungserstellung
  • Handelsregistereintrag nicht verpflichtend (Kostenvorteil!)
  • Umsatzsteuer muss nicht abgefhrt werden (da sie nicht erhoben wird)
  • Keine Doppelte Buchfhrung
  • Als Steuererklrung an das Finanzamt reicht einfache Einnahme-berschuss-Rechnung
  • Private Krankenversicherung mglich
  • Wenn Kundenkreis mehrheitlich aus Privatkunden bestehend (kein Vorsteuerabzug), Leistungen gnstiger anbieten als Konkurrenz, die Umsatzsteuer ausweisen mssen (Wettbewerbsvorteil!)
  • Keine Umsatzsteuervoranmeldungen erforderlich (Zeitvorteil)
Folgende Nachteile mssen bei Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung bercksichtigt werden:

  • Der Unternehmensname muss immer dem Vor- und Nachnamen des Unternehmers entsprechen, kreative Namen sind verboten
  • Kleinunternehmer knnen keine Umsatzsteuer fr gekaufte Waren gegenber dem Finanzamt geltend machen, fr Anschaffungen fr das eigene Unternehmen muss der volle Bruttobetrag finanziert werden knnen
  • Auf potenzielle Kunden wirkt eine Registrierung im Handelsregister anziehender
  • Da keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird, werden andere Unternehmen seltener zu Kunden werden, da ihnen die Mglichkeit des Vorsteuerabszugs genommen wird.
  • Evtl. Offenbarung als Kleinunternehmer gegenber Kunden, dass Umstze unter 17.500€ liegen, negative Auswirkung
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Was passiert wenn der geschtzte Umsatz grer ausfllt?

Die Prfung der Voraussetzungen fr die Kleinunternehmerregelung sollte zu Beginn des Geschftsjahres mit groer Sorgfltigkeit durchgefhrt werden. Grundstzlich sind Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit, sodass auch auf Rechnungen keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden darf.

Insbesondere fr Existenzgrnder ist die erste Grenze von 17.500€ bindend, da sie kein Vorjahr vorweisen knnen. Vor allem durch eine Schtzung und Hochrechnung des Umsatzes in einem Rumpfjahr kann es schnell passieren, dass diese Grenze berschritten wird. Das bedeutet, dass der Grnder von Anfang an keinen Anspruch auf die Kleinunternehmerregelung hat. Bei allen Unternehmen, die im Vorjahr einen Umsatz unter 17.500€ ausgewiesen haben, in diesem Jahr unter 50.000€ liegen, mssen erst im nchsten Jahr die Umsatzsteuer in ihren Rechnungen ausweisen und fallen dann aus der Kleinunternehmerregelung.

Wird die Obergrenze von 50.000€ des Umsatzes entgegen aller Prognosen trotzdem berschritten, zieht das einen sofortigen Ausschluss aus der Kleinunternehmerregelung nach sich. Die steuerliche Belastung wchst augenblicklich. Denn fllt dem Unternehmer auf, dass er sich eigentlich von Jahresbeginn an der Umsatzsteuerpflicht htte unterwerfen mssen, d.h. sein Umsatz vor Ablauf des Kalenderjahres ber 50.000€ kommt, so muss er die fllige Umsatzsteuer auf Basis der eingenommen Erlse nachzahlen. Auf alle bisher ausgestellten Rechnungen muss er Umsatzsteuer abfhren. Hieraus ergeben sich unmittelbare finanzielle Nachteile, insbesondere wenn der Kundenstamm vermehrt aus Privatkunden besteht. Rechnungen fr Privatpersonen knnen nachtrglich nicht gendert werden, denn das wrde einer nachtrglichen Preiserhhung gleichkommen. Rechnungen an Unternehmen, die einen Vorsteuerabzug geltend machen knnen, knnen nachtrglich gendert werden. In diesem Fall mssen Rechnungen storniert und neu ausgestellt werden. Dies ist mit einem erhhten Arbeitsaufwand verbunden!

Sobald die Grenzen nach 19 Abs. 1 UStG im laufenden Jahr berschritten werden, fllt der Unternehmer im nchsten Jahr aus der Kleinunternehmerregelung heraus. Allerdings ist anzumerken, trotz des erhhten nachtrglichen Aufwandes, ist eine positive Geschftsentwicklung mit steigenden Umsatzzahlen ein Anlass zur Freude! Es bleibt jedoch unabdingbar fr den Kleinunternehmer seine Umsatzgrenzen stets im Blick zu haben. Um nicht unntig rger mit dem Finanzamt zu bekommen, sollte man auch als Kleinunternehmer bei steuerlichen Fragen frhzeitig Hilfe in Anspruch nehmen. Steuerberater beraten Kleinunternehmer von Beginn an und behalten die enstprechenden Zahlen im Blick.

Foto: (c) simontk / fotolia.com

Dieser Magazin-Artikel stellt keine rechtliche Beratung dar.

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