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Betriebsrat bringt nicht nur Arbeitnehmern Vorteile



Lange galt N26 als das deutsche Vorzeige-Start-up. Mit dem Wunsch der Belegschaft nach einem Betriebsrat, hat sich das Unternehmen allerdings alles andere als in ein positives Licht gesetzt. Während die Geschäftsführung anfangs die Gründung eine Betriebsrates als Selbstverständlichkeit begrüßte, sollte seine Gründung nur kurze Zeit später vehement unterbunden werden.
Betriebsrat im Unternehmen | Foto:(c)089photoshootings/pixabay.com

Als Grnde dafr gab man an, dass die Vertrauenskultur durch einen Betriebsrat zerstrt und eine solch etablierte Institution zu einem Tech-Start-up nicht passen wrde. Doch aller Widerstand nutzte nichts, sodass die Geschftsfhrung schlielich doch einlenken musste. Der PR-Gau war da und hat die Menschen erahnen lassen, dass der schne Schein trgt und hinter den Kulissen des Fin-tech-Unternehmens nicht alles so strahlend ist, wie es nach auen wirkt.

Offenbar war die Furcht vor der Interessenvertretung der Arbeitgeber so gro, dass die positiven Effekte eines Betriebsrates vollkommen bersehen wurden. Denn auch Arbeitgeber knnen von einem Betriebsrat profitieren. Es hat sich gezeigt, dass in Unternehmen mit einem Betriebsrat das Lohnniveau hher ist und damit auch eine berdurchschnittliche Produktivitt einhergeht. Die Mitarbeiter sind insgesamt zufriedener, weil sie sich und ihre Bedrfnisse besser wahrgenommen fhlen, was dazu beitrgt, dass die Personalfluktuation wesentlich geringer als bei vergleichbaren Unternehmen ohne Betriebsrat ist.

Mssen Unternehmen einem Betriebsrat zustimmen?

Unabhngig von der Gre eines Unternehmens oder Konzerns besteht seitens des Unternehmers keine Pflicht zur Einrichtung eines Betriebsrates. Allerdings gibt es bestimmte Voraussetzungen, unter denen sie den Wunsch der Arbeitnehmer nach einem Betriebsrat nicht ablehnen drfen. Laut 1 Abs. 1 BetrVG darf ein Betriebsrat gegrndet werden, wenn -in der Regel mindestens fnf? stndig wahlberichtigte Arbeitnehmer in einem Betrieb beschftigt sind. Hierfr werden alle Beschftigten gezhlt, die das 18. Lebensjahr vollendet haben ( 7 BetrVG) - also auch Auszubildende, beurlaubte Mitarbeiter, Teilzeitkrfte, Beschftigte in Elternzeit und Altersteilzeit. Indessen sind leitende Angestellte sowohl von der aktiven als auch von der passiven Wahl ausgeschlossen. Des Weiteren mssen von den fnf wahlberechtigten Arbeitnehmern mindestens drei whlbar sein. Das sind sie nur dann, wenn ihre
Betriebszugehrigkeit lnger als sechs Monate andauert.

Arbeitnehmer, die sich fr die Betriebsratswahl aufstellen wollen, sollten sich vorher bewusst machen, dass, auch wenn sie fr ihre Leistungen im Sinne des Betriebsrates freigestellt werden, diese Arbeit nicht vergtet wird. Es handelt es sich um ein Ehrenamt, welches neben zahlreichen Rechten unter anderen auch die Pflicht mit sich bringt, Fort- und Weiterbildungen zu machen. In diesem Rahmen sollen sie sich das ntige Rechtswissen aneignen, um die Interessen der Arbeitnehmer bestmglich vertreten und sie auch bei personellen Belangen beraten zu knnen.

Was sind die Aufgaben eines Betriebsrates?

Einzelnen Mitarbeitern fllt es mitunter schwer, ihre eigenen Bedrfnisse gegenber dem Arbeitgeber durchzusetzen. Zu gro ist die Angst vor einem Jobverlust oder aber im Ansehen des Chefs mglicherweise zu sinken. Ziel des Betriebsrates ist es, die Interessen aller Angestellten gegenber dem Arbeitgeber zu vertreten. Um dies zu gewhrleisten, ist es entscheidend, dass er darber wacht, ob die Normen und Vorschriften des gesamten Geschftsbetriebes eingehalten werden. Laut 80 BetrVG ist es Aufgabe des Betriebsrates, sich um diese Themen zu kmmern:

  • Maßnahmen, die dem Betrieb und der Belegschaft dienen, beim Arbeitgeber zu beantragen:
  • Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere bei der Einstellung, Beschäftigung, Aus-, Fort- und Weiterbildung und dem beruflichen Aufstieg, zu fördern.
  • Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu fördern.
  • Anregungen von Arbeitnehmern und der Jugend- und Auszubildendenvertretung entgegenzunehmen und, falls sie berechtigt erscheinen, durch Verhandlungen mit dem Arbeitgeber auf eine Erledigung hinzuwirken. Zudem hat er die betreffenden Arbeitnehmer über den Stand und das Ergebnis der Verhandlungen zu unterrichten.
  • Eingliederung schwerbehinderter Menschen einschließlich der Förderung des Abschlusses von Inklusionsvereinbarungen nach § 166 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch und sonstiger besonders schutzbedürftiger Personen zu fördern.
  • Wahl einer Jugend- und Auszubildendenvertretung vorzubereiten und durchzuführen und mit dieser zur Förderung der Belange der in § 60 Abs. 1 genannten Arbeitnehmer eng zusammenzuarbeiten; er kann von der Jugend- und Auszubildendenvertretung Vorschläge und Stellungnahmen anfordern.
  • Beschäftigung älterer Arbeitnehmer im Betrieb zu fördern.
  • Integration ausländischer Arbeitnehmer im Betrieb und das Verständnis zwischen ihnen und den deutschen Arbeitnehmern zu fördern, sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Betrieb zu beantragen.
  • Beschäftigung im Betrieb zu fördern und zu sichern.
  • Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des betrieblichen Umweltschutzes zu fördern.

Konstruktive Zusammenarbeit von Geschftsfhrung und Betriebsrat

Mit diesen Aufgaben und diversen Rechten ausgestattet, ist der Betriebsrat in der Lage, die Angestellten vor einer Willkr bei Entscheidungen des Arbeitgebers zu schtzen. Was Arbeitnehmer jedoch als Willkr der Geschftsleitung betrachten, mag diese zum Beispiel als strategische Neuausrichtung einschtzen. Dass zwischen Betriebsrat und Geschftsfhrung in der Regel jede Menge Diskussionsbedarf besteht und dieser nicht selten Auseinandersetzungen nach sich zieht, berrascht nicht. Damit jedoch nicht jede Fragestellung von einem Gericht geklrt werden muss, sind sowohl Arbeitgeber als auch Betriebsrat zu einer konstruktiven Zusammenarbeit im Sinne der Arbeitgeber aufgerufen.

Sollte die Grndung eines Betriebsrates im eigenen Unternehmen eine Rolle spielen, ist es sinnvoll, sich rechtzeitig mit einem Unternehmensberater darber auszutauschen, um nicht hnliche Fehler zu machen, wie die Geschftsfhrung der Online-Bank. Erfahrene Berater findet man online auf UnternehmensberaterSocut.
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